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Second-Hand statt Black Friday: gebrauchte vegane Kleidung finden

Second-Hand statt Black Friday: gebrauchte vegane Kleidung finden

Am 27. November ist Black Friday, und schon Wochen vorher überbieten sich die Rabatte. Das nachhaltigste Kleidungsstück ist aber keines, das neu produziert wird, sondern eines, das es schon gibt. Second-Hand ist deshalb die ehrlichste Antwort auf die Rabattschlacht. Für vegane Mode gibt es dabei nur eine Hürde: Gebrauchte Kleidung wird nicht vorsortiert. Wir zeigen dir, woran du tierische Materialien erkennst, auch wenn das Etikett verblasst ist, und wo du gebrauchte vegane Kleidung findest.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Materialetikett ist in der EU Pflicht und verrät Wolle, Seide und Kaschmir - auch bei gebrauchter Kleidung.
  • Leder und Daune stehen oft nicht im Faseranteil. Achte auf den Hinweis „Enthält nichttextile Teile tierischen Ursprungs“ und bei Schuhen auf die Material-Piktogramme.
  • Online filtern Vinted, Kleinanzeigen und Sellpy nach Material - vor Ort helfen Secondhand-Läden und Kleidertausch.
  • Ob gebrauchtes Leder vegan „okay“ ist, entscheidest du selbst. Dieser Artikel zeigt, wie du es erkennst.

Warum Second-Hand und vegan gut zusammenpassen

Vegane Mode will vor allem eines: kein Tierleid verursachen. Nachhaltige Mode will möglichst wenig Ressourcen verbrauchen. Second-Hand erfüllt das zweite Ziel fast vollständig, denn für ein gebrauchtes Shirt wird keine neue Baumwolle angebaut, nichts gefärbt und nichts um die Welt verschifft. Das erste Ziel erfüllt Second-Hand nur, wenn du genau hinschaust. Denn im Kleiderschrank der Vorbesitzer liegen Wollpullover, Seidenblusen und Lederjacken genauso wie Baumwollshirts.

So erkennst du tierische Materialien an gebrauchter Kleidung

Die gute Nachricht: Du musst dich nicht auf dein Gefühl verlassen. Die EU-Textilkennzeichnung schreibt vor, dass die Faserzusammensetzung auf jedem Kleidungsstück steht. Dieses Etikett bleibt meist auch nach Jahren lesbar, weil es innen in der Seitennaht sitzt.

Auf dem EtikettBedeutetVegan?
Wolle, Schurwolle, WO, MerinoSchafwolleNein
Kaschmir, Mohair, Angora, Alpaka, YakTierhaareNein
Seide, SESeidenraupen-FaserNein
„Enthält nichttextile Teile tierischen Ursprungs“Leder-Patch, Pelzbesatz, Horn- oder PerlmuttknöpfeNein
Baumwolle, Leinen, Hanf, Viskose, Modal, LyocellPflanzen- und HolzfasernJa
Polyester, Polyamid, Elasthan, AcrylSynthetikJa

Achtung bei „Baumwolle“: Das Wort „Wolle“ steckt auch in Baum·wolle. Und Namen wie „Merinaa“ oder „Wollmix-Optik“ sind manchmal nur Stil-Bezeichnungen. Entscheidend ist immer die Prozentangabe auf dem Etikett.

Füllungen: Daune steckt im Innenleben

Bei Jacken, Westen und Schlafsäcken zählt die Füllung. Sie steht auf einem eigenen Etikett, oft mit den Angaben „Füllung: 90 % Daune, 10 % Feder“. Steht dort Polyester, PrimaLoft® oder „synthetische Isolation“, ist die Jacke tierfrei. Fehlt das Etikett ganz, hilft ein Test: Daune fühlt sich körniger an und piekst gelegentlich mit Federkielen durch den Stoff.

Schuhe: auf die Piktogramme achten

Schuhe tragen in der EU kleine Symbole für Obermaterial, Futter und Laufsohle. Die Tierhaut-Form steht für Leder, ein Webmuster für Textil und eine Raute für „sonstige Materialien“ wie Kunststoff. Innen am Schaft oder unter der Zunge findest du sie meist noch nach Jahren. Beim Kleber hilft das Piktogramm allerdings nicht, und genau der ist bei älteren Schuhen oft tierisch. Mehr dazu in unserem Ratgeber vegane Schuhe.

Das nachhaltigste Kleidungsstück ist das, das schon existiert. Das vegane ist das, bei dem du vorher aufs Etikett geschaut hast.

Wo du gebrauchte vegane Kleidung findest

Online sind Vinted (früher Kleiderkreisel), Kleinanzeigen und Sellpy die größten Plattformen in Deutschland. Bei vielen Angeboten lässt sich nach Material filtern oder zumindest im Text danach suchen. Frag beim Verkäufer nach einem Foto des Etiketts, wenn das Material nicht angegeben ist. Seriöse Verkäufer schicken es gern.

Vor Ort lohnen sich Secondhand-Läden wie die Oxfam-Shops oder Humana, Sozialkaufhäuser und Flohmärkte. Hier kannst du das Etikett direkt lesen und Stoffe anfassen. Besonders günstig und gesellig sind Kleidertauschpartys, die viele Städte, Unis und Initiativen regelmäßig organisieren.

Und gebrauchtes Leder? Darüber sind sich auch Veganerinnen und Veganer nicht einig. Die einen sagen: Das Tier ist schon tot, weitertragen verursacht kein neues Leid. Die anderen wollen tierische Materialien grundsätzlich nicht tragen, auch weil sie sie als normal erscheinen lassen. Beides ist nachvollziehbar. Wichtig ist nur, dass du bewusst entscheidest.

Wenn neu, dann langlebig

Nicht alles gibt es gebraucht in deiner Größe. Wenn du neu kaufst, lohnt sich Qualität, die viele Jahre hält, und Materialien, die du später selbst wieder weitergeben kannst. Robuste Klassiker wie Jeans aus Bio-Baumwolle oder Fleece aus recyceltem Polyester überstehen etliche Besitzer. Jedes Teil bei FairlyFitted ist bereits auf tierische Materialien geprüft.

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Fazit: Erst tauschen, dann kaufen

Second-Hand ist die Mode mit dem kleinsten Fußabdruck, und mit einem Blick aufs Etikett auch die tierfreie. Wolle, Seide und Kaschmir verrät die Faserangabe, Leder und Daune das Zusatzetikett oder die Piktogramme. Bevor du dich am Black Friday durch Rabatte klickst, lohnt sich ein Blick auf Vinted, in den nächsten Secondhand-Laden oder zur Kleidertauschparty.

Weiterlesen: Was ist vegane Kleidung?, nachhaltige Materialien und welche Siegel wirklich „vegan“ bedeuten. Alle Marken im Überblick: Marken A-Z.

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